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Emissionshandel – so funktioniert’s

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  • Beitrags-Kategorie:Umwelt

Der Klimawandel ist spürbar. Auch in Deutschland zeigen sich  die Folgen der globalen Erwärmung mit immer neuen Hitzerekorden, Starkregen oder Überschwemmungen. Um die Erderwärmung und die Folgen des Klimawandels zu begrenzen, müssen wir das Klima schützen  und Klimagasemissionen verringern. Zu diesem Zweck hat die Europäische Union im Jahr 2005 den Emissionshandel eingeführt. Der Emissionshandel schafft Anreize für Unternehmen, weniger Kohle und Gas zu verbrennen und so ihre klimaschädlichen Emissionen zu verringern. In Deutschland ist hierfür die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt)
im Umweltbundesamt zuständig. Der Emissionshandel funktioniert nach dem Prinzip „begrenzen und handeln“, also „cap and trade“. Das cap definiert, wie viel alle einbezogenen Kraftwerke und Industrieanlagen in der EU zusammen emittieren dürfen – also die Summe aller Emissionsberechtigungen. Diese Berechtigungen müssen die Unternehmen am Markt erwerben – entweder kaufen oder
an einer europäischen Börse ersteigern, zum Beispiel an der Leipziger Energiebörse EEX.

 

Industrieanlagen erhalten Berechtigungen nach festen Regeln teilweise noch kostenfrei. Wenn ein Unternehmen in einem Jahr Emissionen von 100.000 Tonnen CO2 verursacht, braucht es die entsprechende Anzahl an Berechtigungen und muss diese jeweils jährlich abgeben,
wodurch sie praktisch gelöscht werden. Tut es das nicht,
werden finanzielle Sanktionen fällig. Die EU gibt vor, um wie viel und wie schnell sich die Gesamtemissionen verringern sollen z.B. um 43 Prozent im Zeitraum von 2005 bis 2030. Das cap wird jährlich entsprechend angepasst um das Ziel für alle Kraftwerke und Fabriken zu erreichen. Beispielsweise hat
Unternehmen A 100.000 Berechtigungen. Es stößt jedoch 125.000 Tonnen CO2 aus. Es muss also 25.000 Berechtigungen dazu kaufen. Das ist beim trade möglich
– dem Handel mit Berechtigungen. Unternehmen B hat ebenfalls 100.000 Berechtigungen. Dank vorausschauender Investitionen in klimaschonende Techniken verursacht das Unternehmen aber nur
50.000 Tonnen CO2-Emissionen. Nicht benötigte Berechtigungen
kann das Unternehmen zum Verkauf anbieten. Beim Handel zwischen den Unternehmen bildet sich so ein Marktpreis für die Berechtigungen. Da die Höchstgrenze, also das „cap“,
jedes Jahr weiter sinkt, steigt dieser Marktpreis. So wird es für Unternehmen auch wirtschaftlich attraktiver, in umweltfreundliche Techniken zu investieren – und so ihre Emissionen zu reduzieren.